MSGA II/5.2

Schriften zum Begriff und zur Geschichte der Philosophie

 

Wird zur Zeit erarbeitet durch Martin Lemke.

 

Der Band enthält Schlicks Arbeiten zur Einführung in die Philosophie. Dazu gehören überblicksartige Darstellungen, die Schlick in den 1910er Jahren zur Philosophie der damaligen Gegenwart hielt, darunter seine Rostocker Antrittsvorlesung. In der kurzen Kieler Zeit 1921/22 konzipierte er die Vorlesungen neu, stellte sie jedoch nicht fertig. Hinzu kam seine erste Vorlesung zur Geschichte der Philosophie. Bis hier ließe sich noch die These aufrecht erhalten, dass dies hauptsächlich Funktionsschriften für den Lehrbetrieb waren.

Das änderte sich aber spätestens in Wien. Schlick entwickelte ein außerordentliches historisches Interesse und meinte die Stelle identifiziert zu haben, an der die Metaphysik entstanden ist und der Kardinalfehler der ganzen Philosophiegeschichte das erste mal auftrat - bei den Eleaten und besonders Parmenides. Denn dieser, so Schlick, hatte zuerst Schein und Sein unterschieden. Alle weiteren Probleme der Philosophie entstünden aus dieser Unterscheidung, die unter vielen Namen immer wieder neu in der Philosophiegeschichte auftritt.

Schlick arbeitete diese Thesen in zwei Vorlesungen aus, die er in den 1930er Jahren bis zur Druckreife entwickelte: Die "Historische Einleitung der Philosophie" und die "Probleme der Philosophie in ihrem Zusammenhang". Für mindestens eine davon stand er in Verhandlungen mit seinem Verlag. Außerdem sind beide Vorlesung lediglich ein Teil eines zusammenhängenden Ganzen, zu dem außerdem Vorlesungen teilweise ebenfalls druckreif ausgearbeitete Stücke zur Naturphilosophie, Logik, Erkenntnistheorie, Ethik und Kulturphilosophie gehören. Seine Ermordung verhinderte die Umsetzung dieser Pläne.

Der Band ist überaus umfangreich und wird in zwei Halbbänden erscheinen müssen. Derzeit arbeiten wir an der Kommentierung insbesondere der beiden großen Vorlesungen und ihren Vorarbeiten. Die Übergabe an die Herausgeber ist nach dem Editionsplan bis Ende 2020 vorgesehen und es scheint dem auch nichts entgegen zu stehen.