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Veranstaltungen und Tagungen am Institut für Philosophie

Am Institut für Philosophie der Universität Rostock werden neben den Lehrveranstaltungen auch Tagungen und öffentliche Vorträge angeboten. Ab dem Jahr 2015 erhalten Sie hier Informationen über zukünftige und vergangene Veranstaltungen.


Dimensionen der Moral im Spiel

Vertraut man Artikeln der einschlägigen Fachpresse und Kommentaren ihrer Leser, dann haben Computerspiele zunehmend den Anspruch, als Kunst wahrgenommen zu werden. Dafür sorgen nicht nur immer realistischere Darstellungsformen, sondern auch vielschichtigere Handlungen und komplexere Spielmechaniken. Gleichzeitig bleibt das Spiel ein Konstrukt im Als-ob, das nur einen diffusen Übergang zu der Realität hat, die wir als Wirklichkeit wahrnehmen. Auf beiden Ebenen stehen zunehmend Themen und Entscheidungen im Fokus, die alltagssprachlich und eher undifferenziert oft synonym mit den Begriffen „moralisch“ oder „ethisch“ belegt werden. Was aber meint es, wenn man behauptet, man müsse in einem Spiel moralische oder ethische Entscheidungen treffen, oder wenn man beklagt, ein Spiel würde solche Entscheidungen nicht erlauben? Gibt es eine Moral im Spiel? Oder ist gar eine Ethik des Spielens gefordert? Und wenn ja, welche Formen nimmt sie an? Dies sind, kurzgefasst, einige Fragen, die auf der HiStories III – der nunmehr 3. Interdisziplinären Tagung zu Computerspielen an der Universität Rostock – diskutiert werden sollen.
Zunächst stellt sich die Frage, ob Moral in Spielen überhaupt existiert oder ob Spiele amoralische Räume sind. Nur wenige, keinesfalls erschöpfende, Beispiele sollen die Frage verdeutlichen:

  • Ist es eine moralische Entscheidung, wenn man sich im Bürgerkrieg in The Elder Scrolls: Skyrim für das Kaiserreich oder die klar nationalistisch eingestellten Rebellen entscheidet?
  • Darf ich in Star-Wars-Abenteuern ohne Gewissensbisse die dunkle Seite der Macht wählen?
  • Ist es ethisch bedenklich, wenn ich den Sim-Mann eine Karriere als Astronaut anstreben lasse, während seine Sim-Frau leichtbekleidet für den Haushalt sorgt? 
  • Ist es angesichts des ohnehin hohen „body counts“ innerhalb der Grand Theft Auto (GTA)-Serie trotzdem besonders unmoralisch (wie in Medienberichten skandalträchtig thematisiert), wenn man im fünften Teil der Serie aktiv einen Mann foltert – und ist dann die Spielfigur unmoralisch, der Hersteller des Spiels oder der Spieler, der die Szene spielt, um das Spiel nicht vorzeitig zu beenden?
  • Welche Rolle nehmen Spiele mit historischem, oft kriegerischem Hintergrund ein? Spielt Moral eine Rolle, wenn man als Kommandant eines U-Bootes, als Panzerbesatzung oder als General versucht, im 2. Weltkrieg die Gegner zu besiegen – und dann vielleicht noch als Deutscher?
  • Sind Kriegsspiele oder Egoshooter überhaupt moralisch zulässig, wenn sie eine nachweisbare Begeisterung – und damit außerspielerische Wirkung – bei ihren Spielern auslösen? Und was unterscheidet diese Spiele grundlegend von Schach oder Halma?
  • Falls Spiele amoralisch sind, gibt es dennoch eine Ethik des Spielens, die es uns aus guten Gründen gebietet, bestimmte Spiele weniger zu spielen als andere?
  • Haben Spielhersteller und -programmierer eine Berufsethik, die ihnen bestimmte Geschichten, Inhalte und Handlungen verbietet?
  • Und schließlich: Hat es mit Moral zu tun, wenn spielmechanische Elemente so bezeichnet werden, z.B. die „Einheitenmoral“ in Strategiespielen wie Europa Universalis?


Nimmt man nun an, dass es Moral in Spielen gibt oder dass es sie zumindest geben könnte, ist die Frage, wie sie konkret ausgestaltet ist oder auszugestalten wäre. Erhalten Spiele ethische Dimensionen oder werden sie ethische Agenten? Welche spielmechanischen und erzählerischen Mittel können genutzt werden, um moralische Themen und Entscheidungen zu implementieren? Und inwieweit unterscheiden sie sich von Mitteln, die in Literatur und Film seit langer Zeit verwendet werden? Können Spiele hier einen genuin neuen Beitrag leisten? Es wird beispielsweise behauptet, die Folterszene in GTA 5 schaffe es durch ihre Direktheit, den Spielern viel deutlicher zu vermitteln, was Folter eigentlich bedeutet und warum sie abzulehnen sei – wenn das so ist, warum ist das so? Lässt sich schließlich aus einer Moral im Spiel eine didaktische Ableitung für den Philosophie- und Ethikunterricht oder gar für die Pädagogik eines mündigen Bürgers erkennen?

Die Tagung findet vom 13.-14.08.2016 im Internationalen Begegnungszentrum der Universität Rostock statt. Eine Anmeldung zur Tagung ist bis zum 01. August 2016 kostenfrei möglich unter: christian.klager[at]uni-rostock.de


Archiv: Tagung "Religiöse Erfahrung"

Vom 08. bis 10. April 2016 findet an der Universität Rostock und an der Hochschule für Musik und Theater Rostock das jährliche Symposion der Gesellschaft für Neue Phänomenologie statt.

Informationen zum Tagungsthema und Tagungsprogramm

Jede Religion beansprucht Autorität als Richtschnur für die Führung menschlichen Lebens. Es fragt sich, wie dieser Anspruch begründet werden kann. Im Gespräch aus langer Tradition sind drei Begründungsversuche, die nicht befriedigen. Jahrtausendelang, unter dem Dach des Christentums bis zur Aufklärung, dominierte die Begründung durch eine kühne Metaphysik, die durch Verkündigung einer Offenbarung statt durch rationale Begründung gerechtfertigt wurde. Heute vermisst man die Legitimation einer solchen Rechtfertigung. Zweitens versteht man heute oft den Anspruch der Religion als den Versuch, die Menschen wegen letzter Fragen nach Tod, Schuld usw. durch Setzung von Antworten für das eigentlich Unbeantwortbare zu beruhigen. Dazu gehört die Ermutigung durch Hoffnung auf transzendente Erlösung. Schließlich geben Zyniker einen Nebeneffekt der Religion, die Bändigung der Untertanen durch ihr Gewissen statt durch Polizei, als deren Rechtfertigungsgrund aus.

Im Rückblick auf solche unzugänglichen Begründungen bleibt die Frage, ob es nicht auch eine spezifisch religiöse Erfahrung gibt, die den Menschen entweder direkt oder wenigstens als verstehbar zugänglich und geeignet ist, den Autoritätsanspruch der Religion für den von der Erfahrung Betroffenen zu rechtfertigen. Hierfür müssen Begriffe für Autorität und Religion im Licht einer allgemeinen Normenlehre gefunden werden. Hermann Schmitz hat dafür einen phänomenologischen Vorschlag gemacht. Frühere Versuche waren die psychologische Engführung von Schleiermacher, der Religion eine „Provinz im Gemüt“ zu reservieren, und die Aufdeckung einer gegenständlichen Atmosphäre des Numinosen durch Rudolf Otto. Die Tagung ist ein Forum für die Diskussion von Vorschlägen für die Legitimation von Autoritätsansprüchen von Religionen durch religiöse Erfahrung.

Das Tagungsprogramm - unter anderem mit Beiträgen von Peter Sloterdijk, Hermann Schmitz und Bernhard Uhde - findet sich hier zum Download.


Archiv: 5. Internationales Moritz-Schlick-Symposion

Tagungs-Flyer

Das genaue Programm zur Tagung finden Sie hier.

 

26.11.- 28.11.2015, Moritz Schlick-Forschungsstelle

„Beobachtung und Spekulation“

Der Erfahrung bzw. der Beobachtung kommt eine zentrale erkenntnistheoretische Bedeutung in der analytischen Philosophie und Wissenschaftstheorie, aber auch in phänomenologischen Ansätzen im Hinblick auf die Berechtigung von Erkenntnisansprüchen zu. Die Beobachtung ist im Positivismus der Ausgangspunkt jeder theoretischen Erkenntnis, bei Denkern wie Popper, Kuhn und Feyerabend dagegen grundlegend theorieabhängig.

Das Symposium will neues Licht auf eine geradezu schon zum "Gemeinplatz" gewordene erkenntnistheoretische These von der Theoriebeladenheit der Beobachtung richten, deren Voraussetzungen und Reichweite nachgehen und das Verhältnis von Theorie und Spekulation, Beobachtung und Theorie einer neuerlichen Prüfung unterziehen.

Im Mittelpunkt sollen dabei Fragen stehen wie: Gibt es grundlegende, unwillkürliche Erfahrungen oder Beobachtungen oder ist schon die Möglichkeit von  Erfahrungsinhalten grundlegend abhängig von theoretischen Kontexten? Was genau sind Beobachtungen oder Erfahrungen? Was beschreiben Erfahrungs- oder Beobachtungssätze? Heißt Theorieabhängigkeit der Beobachtung, dass es damit kein Kriterium dafür gibt, was beobachtbar ist und was nicht? Heißt dies, dass ein Kriterium der Beobachtbarkeit damit willkürlich ist? Welche Rolle kommt der Alltagssprache dabei zu?

 

Das gesamte Tagungsprogramm zum Download (pdf)

 

Abstract zum Vortrag "Schlick, Bolzano und die Wahrscheinlichkeit" von Peter Simons (Dublin)

In seinen veröffentlichten Schriften erwähnt Moritz Schlick den böhmischen Polymathen Bernard Bolzano sehr selten, so dass der Eindruck entstehen kann, er habe die Werke Bolzanos kaum gekannt. In seinen zu Lebzeiten unveröffentlichten Schriften über die Grundlagen der Mathematik aber befasst sich Schlick relativ ausführlich mit Bolzano, und zwar in Zusammenhang mit einer langen Diskussion über die Grundlagen bzw. Auffassungen von der Wahrscheinlichkeit. Schlick erwähnt oft "die Bolzano'sche Definition der Wahrscheinlichkeit." Offensichtlich handelt es sich um eine objektive Auffassung der Wahrscheinlichkeit, die auf Bolzanos Theorie der Sätze an sich aufgebaut ist. Es scheint, dass Schlick sowohl die Bolzano'sche Theorie kritisiert, als auch, dass er von ihr konstruktiv Gebrauch macht. Wie er genau dazu steht, muss richtig ausgekundschaftet werden. Noch dazu kommt, dass Schlick Bolzano bezichtigt, seine Theorie basiere auf der Annahme von gleichwahrscheinlichen Möglichkeiten. Ob Bolzano tatsächlich diese schon damals platte Annahme macht, ist vorerst unklar.

Also geht es zunächst darum zu eruieren, ob Schlick Bolzano richtig verstanden hat, anschließend zu prüfen, ob seine Kritik berechtigt ist, schließlich zu sehen, ob Schlicks Ideen gegenüber Bolzano eine Verbesserung oder doch eine Verschlimmbesserung sind.

 

 


Archiv: Macht und Reflexion - "Forum für Philosophie" der Deutschen Gesellschaft für Philosophie vom 8. bis 10. Oktober 2015

Auf der Grenze von Anthropologie und Sozialphilosophie stellt sich die Tagung die Aufgabe, die Wirksamkeit des Nachdenkens zu reflektieren und besonders die folgenden Fragen zu erörtern: Sind Menschen auch im Lichte gegenwärtiger Humanwissenschaften Wesen, die sich im reflektierenden Nachdenken selbst verändern können? Leben wir in einer Gesellschaft, die in einzelnen Praxisfeldern so gestaltet ist, dass Reflexion zu normativ erwünschten Veränderungen führt? Wie wirkt sich ihrerseits Macht auf das Nachdenken aus? Lässt sich von einer Konstitution der Reflexion durch Macht sprechen? Wie sieht heute unter Einbeziehung der philosophiehistorischen Dimension ein Reflexions- und ein Machtbegriff aus, der sich verteidigen lässt? Kann vor dem Hintergrund solcher Klärungen die Macht der Reflexion argumentativ so behauptet werden, dass sie über ihren Geltungscharakter hinaus auch tatsächlich wirksam wird? 

Vortragende: Clemens Albrecht (Koblenz), Dirk Baecker (Witten/Herdecke), Simone Dietz (Düsseldorf), Georg Franck (Wien), Petra Gehring (Darmstadt), Michael Hampe (Zürich), Heiner Hastedt (Rostock), Lisa Herzog (Stanford), Geert Keil (Berlin), Konrad Paul Liessmann (Wien), Reinhard Merkel (Hamburg), Julian Nida-Rümelin (München), Konrad Ott (Kiel), Dominik Perler (Berlin), Holm Tetens (Berlin), Dieter Thomä (St.Gallen), Sigridur Thorgeirsdottir (Helsinki). Eine Kurzvorstellung der Vortragenden erhalten Sie hier zum Download: Vortragende.

 

Diese Tagung wird in Kooperation mit dem Graduiertenkolleg "Deutungsmacht" veranstaltet.

Programm zum Download

Programm_Macht_Reflexion.pdf

1.8 M

Archiv: PhilosophielehrerInnentag 2015 "Macht und Bildung"

Der PhilosophielehrerInnentag 2015 findet am 10. Oktober 2015 im Hauptgebäude der Universität Rostock in der Kooperation des Fachverbandes für Philosophie der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein in der Organisation durch das Institut für Philosophie der Universität Rostock statt. Er steht unter dem Thema „Macht und Bildung“ und schließt sich an die internationale Tagung „Macht und Reflexion“ an, die vom 08.-10. Oktober 2015 ebenfalls in Rostock unter der Leitung von Prof. Dr. Heiner Hastedt stattfindet. Nähre Informationen und das Tagungsprogramm erhalten Sie auf der Homepage des Instituts für Philosophie (http://www.iph.uni-rostock.de/tagungen/); eine Anmeldung ist kostenfrei und sehr zu empfehlen.

 

Auch für den PhilosophielehrerInnentag werden 2015 keine Gebühren erhoben. Um eine Anmeldung wird jedoch unter christian.klager@uni-rostock gebeten.


Archiv: Tagung "Gespürte Leiblichkeit"

Vom 10. bis 12. April findet die Jahrestagung der "Gesellschaft für Neue Phänomenologie" zum Thema "Gespürte Leiblichkeit" unter Beteiligung des Instituts statt. Nähere Informationen zur Tagung sowie das genaue Programm finden Sie unter diesem Link.


Archiv: Wer schreibt, der bleibt - Tagung zur Schreibkompetenzentwicklung

Zur Verbesserung der Studieneingangsphase hat das Institut für Philosophie der Universität Rostock ein dreijähriges, durch Bundesmittel gefördertes, Schreibwerkstättenprojekt durchgeführt. In diesem haben wiss. Hilfskräfte Schreibwerkstätten und Schreibberatungen angeboten. Die Ergebnisse und die möglichen Erfolge dieses Projekts werden auf einer Fachtagung am 28.02.2015 in Rostock diskutiert.

Sie sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen. Um eine Anmeldung bis zum 19.02.2015 unter christian.klager(at)uni-rostock.de wird gebeten. Eine Teilnahmegebühr gibt es nicht.

Ein Programm der Veranstaltung können Sie hier herunterladen.

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